Einige Gedanken über meine Geschwister und meine derzeitigen Kollegen in der Nachbarschaft!
Ich kann mich noch genau an meine Geschwister erinnern, wie wir alle gemeinsam auf der Wiese gespielt haben und wo uns der Löwenzahn wie ein riesiger Baum vorkam. Meine Mutter immer in der Nähe, auf uns alle aufgepasst, vom Vater aber nichts zu sehen. Der hatte sich schon vor unserer Geburt aus dem Staub gemacht. Es kam dann der Zeitpunkt wo wir alle getrennt wurden, jeder ging seine eigenen Wege und ich vermutlich den weitesten... Leider wohnen wir alle so weit entfernt, sodass wir uns nur einmal im Jahr treffen können.
Bei jedem Spaziergang träume ich davon: eine geliebte Schwester oder einer meiner weniger geliebten Brüder biegt jetzt um die Ecke, wir begrüßen uns ganz heftig und tollen wie wild über die Felder. Aber nein, meistens kommt der riesige Nachbarschäfer, ein ganz netter, der auch immer zum Spielen aufgelegt ist. Nur dem Kerl geht nie die Luft aus! Was ich da schon versucht habe den müde zu laufen. Am Heimweg wo meine Zunge immer länger wird, tänzelt er noch immer vor mir herum, als wäre er gerade erst so richtig aufgewärmt. Ein Irrer was die Kondition betrifft. Um meine etwas aufzubauen, versuche ich im Garten ein wenig zu trainieren. Mein Boss meint nur dazu: Das ist eine gute Zeit zum Vertikutieren!
Es gibt dann noch ein paar andere nette Kollegen in meiner Nachbarschaft, alle immer lustig und gut aufgelegt. Leider sind keine dabei, die so hübsch wie meine Schwestern sind.
Eine süße Zwergcolliedame wohnt hinter unserm Haus, die darf nie raus und ich hab sie noch nie auf der Strasse oder auf der Wiese gesehen, spaziert immer nur in ihrem Garten herum, wobei der Garten aber eine Größe von einem Park hat. Da sind ja mache Hundewiesen kleiner. Jedenfalls, wenn ich sie von meinen Garten aus beobachte, versuche ich mich immer mit lautem jaulen und grölen wichtig zu machen, sie aber lässt das komplett kühl und meine Geräusche sind ihr so was von egal, ganz genüsslich dreht sie ihre Schnüffelrunden und lässt sich nicht stören.
Dann wohnt da noch eine ganz dicke Dame in der Nähe. Sie hat vor kurzem ein Laufband bekommen, um Ihr Übergewicht unter Kontrolle zu bringen.
Sachen gibt’s…
Und dann der wahnsinnige Kollege am Anfang unsere Straße. Mit dem Koffer hatte ich als kleiner oft gespielt, jetzt aber verbellt und verknurrt der mich, zeigt mir seine Zähne und führt sich wie ein wilder auf. Ich reg mich da gar nicht mehr auf, wenn ich ihn draußen auf der Wiese einmal erwische, wird er schon die Hosen voll haben, der Halbstarke.
Und nicht zu vergessen. Gleich schräg gegenüber wohnt auch ein Kollege, ganz in weiß und etwas größer, oder besser gesagt etwas dicker. Wenn er bei unserem Garten vorbeirast, dann muss mein Boss immer lachen: Als erst kommt der Kollege, dann kommt lang nichts, dann erst sein Frauchen fast waagrecht angeflogen. Ich glaube, dass die beiden in der gleichen Gewichtsklasse sind.
Es ist doch schön zu wissen, dass so viele Kollegen in der Nachbarschaft wohnen, dass man als Hund nicht ganz alleine mit den Zweibeinern ist