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Gesundheit: Meine Krankheit und wie alles begann...

Wenn man sich genau erinnert, dann sah man die ersten Anzeichen schon vor dem 6. Monat, vereinzelt humpeln (lahmen) links vorne, was aber wiederum als Wachstumsschmerzen, Zerrung, Verstauchung oder nur als Folge der wilden Art, als Überbelastung bezeichnet wurde. Die Zeitabstände ohne lahmen wurden immer kürzer, gleichzeitig aber die Dauer mit humpeln immer länger und die Schmerzen immer stärker.

Mehrere Tierärzte wurden befragt, die wiederum verschiedenste Diagnosen stellten, nach Rücksprache mit dem ECA, erhielten wir einen Termin bei einem Gelenkspezialisten, der erstaunlicherweise alle Röntgenaufnahmen ohne Narkose durchführte. Auf keinen der Röntgenbilder war eine Verletzung oder irgendein Schaden des Ellbogengelenkes sichtbar, bis auf eine kleine leichte Unschärfe des Humerus (Kopf des Oberarmknochens).

Auf Empfehlung das TA sollte eine Computertomographie (CT) durchgeführt werden, um wirklich Gewissheit zu haben, dass alles in Ordnung ist, oder eben ein Schaden des Gelenkes vorliegt.

Die Diagnose:
Ellbogen links: Osteochondrosis dissecans
Ellbogen rechts: OCD beginnend
Schultergelenke: derzeit ohne Veränderungen
Hüftgelenke: HD-frei, beidseitig A1

Der Frust:
Die Diagnose warf natürlich alle Pläne über den Haufen, sämtliche Vorstellungen das Armstrong - Champ jemals Nachfolger haben wird, wurden begraben.

Die Ursachenfindung:
Wie konnte so etwas passieren, warum haben wir nicht aufgepasst, was haben wir falsch gemacht – eine schlimme Zeit begann – Ursachen und Gründe wurden gesucht, zu hohe Kalorienzufuhr und eine zu eiweißreiche Fütterung (konnten wir ausschließen, da hauptsächlich Fertigfutter gefüttert wurde), übermäßige Belastung in der Hauptwachstumsphase (konnten wir auch ausschließen), zu schnelles Wachstum (konnten wir nicht ausschließen), oder aber auch die erblich bedingte Veranlagung kam in Frage (das konnten wir auch nicht ausschließen).

Die Entscheidung:
Was macht man in so einem Fall, mehrere TA wurden befragt und alle vertraten dieselbe Meinung, es sollte unbedingt eine OP gemacht werden. Nach einigen Wochen und mit Rücksprache unserer Züchter und dem Haustierarzt von der Fuchshütte, entschieden wir uns für die OP aber gleich für beide Gelenke.

Die Operation am 26. August 2005
Entfernung der Fragmente, subchondrale Curettage, Osteostixis.
Nach einer 3-stündigen OP mit einem Verband nach Robert Jones und nach weiteren 2 Stunden für die Aufwachphase, noch total benommen, konnten wir unseren Patienten mit nach Hause nehmen. Die nachfolgenden 3 Tage mit diesem Verband waren für Champ die schlimmsten. Er konnte kaum aufstehen, wenn er es mit unserer Hilfe geschafft hatte und er einige Meter zurücklegte, dann wurde das Ablegen zum Problem.



Die weitere Behandlung:

Nach 3 Tagen wurde der Verband entfernt und zur Sicherheit für die Wunden ein Trichter über den Kopf gestülpt, für die Nacht wurde ein T-Shirt angezogen. Medikamente sollten nur bei starken sichtbaren Schmerzen verabreicht werden. Nahtentfernung nach 10 Tagen und Kontrolle.



6 - 8 Wochen Leinenzwang, sogar im Garten, teilweise auch im Haus, kein spielen, kein springen, keine Hundebesuche, gar nichts, nur brav sein.

Ein ganz wichtiger Punkt für uns war auch, die zugesagte Nachbehandlung mit wöchentlichen Kontrollen mit Überprüfung der beiden Gelenke, Regulierung der Medikamente und Untersuchung des Allgemeinzustandes, wenn nötig, auch zu jeder Tag und Nachtzeit. Das klappte bei unserem TA hervorragend und sollte hier noch extra erwähnt werden, da es offensichtlich nicht ganz zum Standart einer solchen OP gehört.

Aktueller Stand Mitte November:
Vereinzelt noch ganz geringes lahmen, auf der linken Seite, sonst aber fröhlich und freundlich wie immer, vielleicht sogar noch aufgeweckter als vorher, dafür aber mit noch mehr Vertrauen zu seiner gewohnten Umgebung.

Vermutlich war es die richtige Entscheidung, wir stahlen ihm zwar einen Teil seiner Jugend, hoffen aber, dass wir ihm einen Teil seiner späteren Jahre, vielleicht sogar Medikamentenfrei erleichtern können.


 
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